mmDial Comfort · Zusatzfunktion

Zusatzhandbuch Inbound

Eingehende Anrufe, Call Blending, Sprachmenüs, Warteschlangen und Voicemail

Version
1.0.2
Stand
2026-10-23
Herausgeber
mm-infotec GmbH, Theaterstr. 70-74, 52062 Aachen

Die jeweils aktuelle Fassung finden Sie unter mmdial.de/handbuecher.php.

Über dieses Handbuch

Dieses Handbuch beschreibt den Inbound-Betrieb von mmDial: das Annehmen eingehender Anrufe, das Mischen mit dem ausgehenden Betrieb (Call Blending), Sprachmenüs, Warteschlangen, Voicemail und die bevorzugte Behandlung bestimmter Anrufer.

Es ist bewusst ein eigenes Heft. Der Inbound-Teil ist umfangreich, aber nicht jeder braucht ihn – wer rein ausgehend telefoniert, findet in den Haupthandbüchern alles Nötige und muss sich hiermit nicht befassen.

Voraussetzungen

Was Sie zuerst lesen sollten

Dieses Handbuch setzt voraus, dass Sie mit Kampagnen, Agenten und dem Live-Monitoring vertraut sind. Falls nicht: zuerst das Handbuch mmDial Comfort.


Was Call Blending bedeutet

Call Blending heißt: Ihre Agenten telefonieren ausgehend und nehmen gleichzeitig eingehende Anrufe an. Sie brauchen dafür kein zweites Team und keine zweite Oberfläche.

Der Ablauf

  1. Ihre Agenten arbeiten in einer Outbound-Kampagne
  2. Jemand ruft auf einer Ihrer Rufnummern an
  3. Das Gespräch wird durchgestellt, bevor der nächste ausgehende Anruf startet
  4. Ist der Anrufer als Lead bekannt, sieht der Agent sofort dessen Daten und Historie
  5. Nach dem Gespräch geht der Agent wie gewohnt zurück in die ausgehende Kampagne

Eingehende Gespräche haben also Vorrang vor der automatischen Anwahl. Das ist so gewollt: Wer bei Ihnen anruft, hat ein Anliegen und soll nicht warten.

Warum das den Unterschied macht

Wer ausgehend telefoniert, bekommt Rückrufe – Menschen, die den Anruf verpasst haben oder zurückrufen wollen. Ohne Inbound landen die im Nichts. Mit Inbound landen sie bei einem Agenten, der ihre Vorgeschichte kennt.

Der Agent muss nicht nach Name und Anliegen fragen. Das verkürzt das Gespräch und wirkt für den Anrufer erheblich professioneller.


Eine Inbound-Kampagne anlegen

Inbound-Kampagnen sind eigene Kampagnen. Sie legen sie an wie eine Outbound-Kampagne, wählen aber den entsprechenden Typ.

  1. Kampagnen → Inbound Kampagnen
  2. Neue Inbound-Kampagne erstellen und benennen
  3. Einstellungen durchgehen (siehe unten)
  4. Agenten zuordnen

Die wichtigsten Einstellungen

EinstellungBedeutung
Allgemeine EinstellungenName, Zustand, Beschreibung
Agenten in KampagneWer Anrufe aus dieser Kampagne annehmen darf
Agent der zuerst ans Telefon gehtIn welcher Reihenfolge geklingelt wird
Anzahl Agenten / Anzahl aktive AgentenZeigt Ihnen, wie viele gerade zur Verfügung stehen
Ansagen und WartemusikWas der Anrufer hört, während er wartet
Anruf verwerfenWann ein Gespräch abgewiesen wird
Aktion bei Warteschlangen-LimitWas passiert, wenn zu viele gleichzeitig warten
Aktion wenn kein Agent verfügbarWas passiert, wenn niemand angemeldet ist
ArbeitszeitenWann diese Kampagne überhaupt Anrufe annimmt
AuswertungWie die Gespräche in der Statistik gezählt werden

Die Warteschlange

Wenn mehr Menschen anrufen, als Agenten frei sind, entsteht eine Warteschlange. Was dort passiert, bestimmen Sie.

Ansagen und Wartemusik

Hinterlegen Sie eine Begrüßungsansage und eine Wartemusik. Beides laden Sie zuvor im Mediensystem hoch und verweisen dann aus der Inbound-Kampagne darauf.

Limits setzen

Legen Sie fest, wie viele Anrufer gleichzeitig warten dürfen. Wird das Limit überschritten, greift die von Ihnen gewählte Aktion:

AktionWann sinnvoll
WeiterleitenSie haben eine Ausweichnummer, etwa eine Zentrale
Auf Voicemail legenDer Anrufer kann eine Nachricht hinterlassen
AuflegenNur als letzte Möglichkeit – für den Anrufer unbefriedigend

Dieselben Möglichkeiten gelten für den Fall, dass gar kein Agent angemeldet ist.

Arbeitszeiten

Je Inbound-Kampagne hinterlegen Sie, zu welchen Zeiten sie Anrufe annimmt. Außerhalb dieser Zeiten greift ebenfalls die hinterlegte Ausweichaktion – üblicherweise eine Ansage mit den Öffnungszeiten und anschließend die Voicemail.


Sprachmenü

Ein Sprachmenü nimmt den Anruf entgegen, spielt eine Ansage ab und verzweigt anhand der gedrückten Taste – „Für den Vertrieb die 1, für den Service die 2".

Ein Menü aufbauen

  1. Sprachmenüs öffnen und ein neues Menü anlegen
  2. Beschreibung vergeben, damit Sie es später wiederfinden
  3. Ansage hinterlegen – die Datei laden Sie zuvor im Mediensystem hoch
  4. Menüoptionen anlegen: welche Taste führt wohin
  5. Timeout für die Auswahl in Sekunden festlegen
  6. Wiederhol-Versuche bestimmen – wie oft die Ansage wiederholt wird
  7. Verhalten bei keiner Eingabe festlegen

Mögliche Ziele einer Menüoption

Die Inbound-Nummer zuordnen

Im Menü hinterlegen Sie, für welche eingehende Rufnummer es gilt. So können mehrere Rufnummern unterschiedliche Menüs bekommen.


Voicemail

Die Mailbox nimmt auf, wenn niemand erreichbar ist – außerhalb der Arbeitszeiten, bei voller Warteschlange oder wenn ein Sprachmenü sie als Ziel hat.

Einrichten

  1. Voicemail öffnen
  2. Allgemeine Einstellungen vornehmen
  3. Ansagen hinterlegen

Aufnahmen abrufen

Die aufgesprochenen Nachrichten finden Sie in derselben Verwaltung wie die Gesprächsaufzeichnungen, im Bereich Voices unter dem Punkt für den Anrufbeantworter. Von dort lassen sie sich anhören und herunterladen.


Bevorzugte Anrufer

Bestimmte Rufnummern lassen sich bevorzugt behandeln und gezielt zu einer Kampagne oder einem bestimmten Agenten durchstellen – etwa Bestandskunden mit Servicevertrag oder Ansprechpartner Ihres Auftraggebers.

Sie hinterlegen dafür die Rufnummern und das gewünschte Ziel. Ruft eine dieser Nummern an, greift die normale Warteschlangenlogik nicht.


Eingehende Rufnummern

Eingehende Rufnummern schalten wir über unsere Telefoniepartner auf Ihre Kampagnen. Sie können mehrere Nummern parallel betreiben – zum Beispiel eine je Auftraggeber.

Sprechen Sie uns an, wenn Sie eine zusätzliche Nummer brauchen oder eine bestehende auf eine andere Kampagne oder ein anderes Sprachmenü gelegt werden soll.


Auswertung

Inbound-Statistik

Der Inbound-Betrieb wird getrennt vom ausgehenden ausgewertet. Sie sehen unter anderem:

Anrufliste

Eine Liste der eingehenden Anrufe zeigt Ihnen, wer wann angerufen hat und was daraus geworden ist – auch für Anrufe, die niemand angenommen hat. Damit lässt sich gezielt zurückrufen.

Live-Monitoring

In der Live-Ansicht lassen sich Inbound-Kampagnen wie Outbound-Kampagnen beobachten. Über die Kampagnenauswahl oben schalten Sie zwischen ihnen um.


Für Agenten in Inbound-Kampagnen

Was sich für Ihre Telefonisten ändert, ist überschaubar – es lohnt sich aber, es einmal anzusprechen.

Was anders ist

Was gleich bleibt

Status setzen, Auftragsformular ausfüllen, Wiedervorlagen anlegen, Pause machen – alles funktioniert wie im ausgehenden Betrieb. Die entsprechenden Kapitel im Handbuch für Agenten gelten unverändert.


Anhang

In dieser Reihenfolge einrichten

  1. Rufnummer klären – welche Nummer soll wo landen
  2. Ansagen aufnehmen und im Mediensystem hochladen
  3. Inbound-Kampagne anlegen und Agenten zuordnen
  4. Arbeitszeiten hinterlegen
  5. Warteschlange einstellen: Limit und Ausweichaktionen
  6. Voicemail einrichten, falls vorhanden
  7. Sprachmenü bauen, falls mehrere Ziele nötig sind
  8. Testanruf von einem Handy aus – und zwar auch außerhalb der Arbeitszeiten
  9. Team informieren

Häufige Stolpersteine

SymptomÜbliche Ursache
Anrufer hören nichtsKeine Ansage oder Wartemusik hinterlegt
Anrufe kommen nicht anKampagne inaktiv, außerhalb der Arbeitszeiten, oder kein Agent zugeordnet
Alle Anrufe landen sofort auf der MailboxKein Agent angemeldet – die Ausweichaktion greift
Der Agent sieht keine KundendatenDer Anrufer ist nicht als Lead im System
Nach Feierabend meldet sich niemandAusweichaktion für „kein Agent verfügbar" nicht gesetzt
Das Sprachmenü reagiert nicht auf TastenMenüoptionen fehlen oder das Timeout ist zu kurz

Weitere Unterlagen